Die Freya von Moltke-Stiftung
für das Neue Kreisau
wurde im Dezember 2004 von Bürgerinnen und Bürgern aus Deutschland und den USA ins Leben gerufen, die sich dem Erbe Kreisauer Kreises verpflichtet fühlen und zum Erhalt der Internationalen Gedenk- und Begegnungsstätte Kreisau/Krzyżowa beitragen wollen. Die Stiftung ist gemeinnützig und unabhängig. Sie ist weder der Politik einzelner Parteien noch den Interessen nationaler Regierungen verpflichtet.
Der zivile Widerstand gegen das Nazi-Regime und der Ethos der Opposition gegen Diktaturen im Europa des 20. Jahrhunderts standen Pate bei der Geburt des Neuen Kreisaus: Seine Gründer - Bürger aus Polen, den beiden deutschen Staaten, den USA und Niederlanden - erkannten in diesem geistigen Erbe ein Fundament, auf dem sich ein neuer Dialog zwischen Ost- und Westeuropa aufbauen ließe. Es bewegte sie die Frage, wie man jungen Menschen, die keine Erfahrung mit einer Diktatur gemacht haben, vermitteln kann, dass Menschenrechte, Freiheit und Demokratie kostbar sind und es jedem Einzelnen obliegt, dass sie Bestand haben. Ziel war und ist dabei, junge Menschen zu befähigen, eigenständig politisch zu denken und zu handeln: Durch Sensibilisierung für Menschenrechtsverletzungen und antidemokratische Tendenzen, durch Hinterfragung von wohl etablierten Vorurteilen gegen Minderheiten, durch Stärkung ihres Selbstbewusstseins, damit sie Verantwortung übernehmen und wenn es darauf ankommt - couragiert handeln. Kreisau, das ehemalige Gut von Helmuth James und Freya von Moltke, 1942-43 wichtiger Treffpunkt der Widerstandsgruppe Kreisauer Kreis, ist dafür ein hervorragender Ort. Seit 20 Jahren kommen Jugendliche aus West- und Osteuropa in das seit 1945 polnische Krzyżowa. Inzwischen sind es bis zu zehntausend jährlich. Sie arbeiten zusammen an deutsch-polnischen und europäischen Fragen, sie bringen einander Kulturen, Traditionen, Geschichte und Sprache ihrer Länder näher und machen in ihren jungen Jahren wichtige Erfahrungen mit Andersdenkenden, Andersglaubenden und mit Menschen anderer Herkunft und Prägung.
Die Freya von Moltke-Stiftung macht die Arbeit des Neuen Kreisaus und seine ideellen Hintergründe national und international bekannt. Ihr Ziel ist es, eine nachhaltige Unterstützung und Absicherung der Arbeit der Begegnungs- und Gedenkstätte im ehemaligen Kreisau zu gewährleisten, indem sie aus Zuwendungen ein Stiftungskapital bildet, aus dessen Erlösen Kreisau gefördert werden soll und inzwischen auch wird. Dabei wird sie von namhaften Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Kultur unterstützt. Bundespräsident Horst Köhler ist ihr Schirmherr, engagierte Kuratoren wie die Cellistin, ehemalige Breslauerin und Überlebende der Shoah, Anita Lasker-Wallfisch, der Bundespräsident a. D. Dr. Richard von Weizsäcker, die Landesbischöfin der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover, Dr. Margot Käßmann, der Ministerpräsident des Landes Niedersachsen Christian Wulff, Rektorin der Viadrina-Universität, Prof. Dr. Gesine Schwan, der Schauspieler Armin Mueller-Stahl und Andere.
Der Reinerlös des Abends kommt der Freya von Moltke-Stiftung für das Neue Kreisau zugute.
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